Die Trends im Active Sourcing

October 11, 2017

Ende September hatte ich die Möglichkeit die Messe „Zukunft Personal“ im Rahmen der Verleihung des Active Sourcing Awards 2017 zu besuchen. Bei dem größten Branchentreffen in Deutschland wurden wieder die aktuellen Themen und Trends der Personalbranche diskutiert.

 

Zu den Themen, welche in diesem Jahr im Fokus der Messe standen gehören

 

 

  • Mobile first



Bereits seit einigen Jahren ist die Thematik der mobilen Rekrutierung thematisiert worden. In diesem Jahr ist ein nachhaltiger Durchbruch gelungen und es gibt überzeugende Konzepte, welche den bisherigen Medienbruch (Jobsuche mobil, Bewerbung via Desktop) minimieren bzw. abschaffen kann. Noch erscheinen die Lösungen teilweise experimentell und nicht vollständig durchdacht, aber wir können davon ausgehen, dass sie sich weiter durchsetzen und eine starke Alternative zu den klassischen Stellenanzeigen darstellen. Schon heute greift der größere Teil der Nutzer mobil auf Stellenanzeigen zu. Zumeist nach der Arbeit auf dem Wege nach Hause, in der Bahn oder während anderweitiger Wartezeiten. 



 

  • Active Sourcing

Mit dem Trendforum Recruiting wurde auf der diesjährigen Messe die aktive Personalrekrutierung weiter in den Fokus gerückt und erhielt großen Zuspruch bei den einzelnen Vorträgen. Die Unternehmen sind sehr stark an der Thematik interessiert und unternehmen weitere Versuche diesen Rekrutierungskanal für eigene Zwecke zu nutzen. Von den Vorgehensweisen der Personalberatung ist der Großteil der Unternehmen noch immer weit entfernt, aber die Bemühungen nehmen im eng umkämpften Kandidatenmarkt weiter zu.

Auf diesen Trend haben ebenfalls die Netzwerkanbieter (XING, etc.) reagiert und bieten Corporate Kunden immer mehr Funktionen und Tools, welche auf deren Anforderungen zugeschnitten sind. Es ist deutlich erkennbar, dass dieser Kundenstamm derzeit im Fokus der Bemühungen steht und die Bedürfnisse von Personalberatungen und Personaldienstleistern teilweise hinten angestellt werden.

Vor großem Publikum wurden auf dem Trendforum Recruiting im Rahmen der Zukunft Personal passend zur Thematik die 1. Active Sourcing Awards in Deutschland verliehen. Als Jurymitglied war es mir eine Ehre eine der Gewinnerinnen mit einer Laudatio für ihre hervorragende Leistung auszuzeichnen. 



 

  • Vereinfachung der Bewerbungen

In vielen Bereichen ist die klassische Bewerbung bestehend aus Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen mittlerweile nicht mehr zeitgemäß und kann durch alternative Methoden der Vorauswahl ersetzt werden. Ziel ist in allen Fällen die Minimierung von Aufwand für den Bewerber. Ich habe auf der Messe mehrere Umsetzungen von einer solchen alternativen Vorgehensweise gesehen.

Im Prinzip handelt es sich um Frage / Antwort Systeme, bei denen mit wenigen Fragen (< 10) ein rudimentäres Kandidatenprofil abgefragt wird. Kombiniert mit Kontaktdaten erhält der Recruiter so die Möglichkeit bei Interesse direkt in Kontakt mit dem Bewerber zu treten. Eine Übermittlung von Unterlagen ist zu diesem Zeitpunkt nicht notwendig, so dass der Bewerber die „Bewerbung“ auch auf einem mobilen Endgerät direkt durchführen kann.

 

  • Neue Stellenanzeigenformate und „Reichweitenbooster“



Die klassische Stellenanzeige wird durch ergänzende Elemente erweitert. Prinzipiell handelt es sich um eine Integration von Inhalten, welche ansonsten auf der Karriereseite des Auftraggebers zu finden wären (Infos zum Unternehmen, Videos, etc.).

 Warum geht man diesen Schritt? Man möchte dem Kandidaten die Übersicht über Vakanz und Unternehmen auf einer Plattform geben, ohne dass dieser sich zu einer anderen Seite begeben muss. Die vollständige Mobile Umsetzung ist hierbei selbstverständlich obligatorisch. Teilweise gibt es auch hier bereits eine Umsetzung der voran genannten, vereinfachten Bewerbungsverfahren. Bereits seit geraumer Zeit verlassen sich die Portale nicht mehr auf die Reichweite ihrer eigenen Website. Das aktive Promoten der Stellenanzeigen auf Facebook und anderen sozialen Medien gehört mittlerweile zum guten Ton. Zunehmend geht man nun gleichfalls dazu über Stellenanzeigen – analog zu klassischen Werbeformen – auf Portalen, welche per se recht wenig mit Rekrutierung zu tun haben, einem ausgewählten Publikum zur Verfügung zu stellen. Ein interessantes Beispiel für eine solche Kooperation ist die Anzeige von Vakanzen für LKW Fahrer auf Fußballseiten.

 

 

Insgesamt war es eine sehr interessante Messe mit freundlichen Gesprächen und Einblicken in verschiedene Themengebiete. Auf die anschließende Zugfahrt von Köln nach Frankfurt, die aufgrund eines freundlichen Brückenkletterers 5 ½ Stunden gedauert hat, verzichte ich beim nächsten Mal allerdings gerne.

 

 

 

 

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